Arch Linux

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Arch Linux
Linux Distribution
Entwickler Aaron Griffin ehemals Judd Vinet
Aktuelle Version 2009.08
Kategorie Distribution
Lizenz GPL und andere Lizenzen
Website www.archlinux.org www.archlinux.de

Arch Linux ist eine einfach gehaltene Linux-Distribution die eine i686- und eine x86_64-optimierte Version bietet. Sie wurde Anfang 2001 von Judd Vinet eingeführt, inspiriert von CRUX Linux und BSD.

Arch Linux wird seitdem von einem ungefähr 25-köpfigen Kernteam und Helfern aus der wachsenden Community, sogenannten "Trusted Users", weiterentwickelt. Sämtliche distributionsspezifischen Entwicklungen werden unter der GPL veröffentlicht. Es existieren keine kommerziellen Softwareangebote, lediglich Fan-/Werbeartikel.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Besonderheiten der Distribution

Arch Linux bietet keine wirklichen Neuerungen im Design, sondern kann als Hybrid bewährter Technologiekonzepte anderer Distributionen bezeichnet werden. Es kombiniert den einfach zu verstehenden Aufbau eines Slackware-Linux, respektive eines BSD-Systems, mit einer Debian-ähnlichen Paketverwaltung und dem Build-System von Gentoo. Ähnlich wie in Gentoo sind die Releases lediglich Snapshots vom momentanen Entwicklungsstand.

Trotz seiner Orientierung an verschiedenen, älteren Distributionen sollte Arch Linux nicht als simples Flickwerk des "Besten vom Besten" missverstanden werden. Tatsächlich ist es eine Neuentwicklung, die mit LFS erstellt wurde und eigene Werkzeuge mit sich bringt.

Das System kann fast ausschließlich über eine einzige Datei (/etc/rc.conf) konfiguriert werden. Es werden nicht wie bei anderen Distributionen eigene Konfigurationsprogramme und -dateien verwendet. Darüber hinaus werden auch nicht-systemkritische Programme (von Anwendungsprogrammen bis zu Serverprogrammen) nicht distributions-spezifisch konfiguriert. Stattdessen wird auf die Originaldokumentation und -konfiguration verwiesen, so dass allgemeine HowTos und Anleitungen herangezogen werden können.

[Bearbeiten] Philosophie

Arch Linux wurde als das „perfekte Basis-Betriebssystem für fortgeschrittene Anwender“ entwickelt. Arch Linux' Philosophie basiert auf drei Punkten:

  • Einfach halten, nicht überladen. Folge dem KISS-Prinzip.
  • Nicht auf GUIs zum Konfigurieren verlassen, da man nicht weiß, was Benutzeroberflächen an Fehlermeldungen verbergen.
  • Arch erlaubt jedem Anwender alles zu installieren, was nicht gegen die Ideale von Arch Linux verstößt.

[Bearbeiten] Paketverwaltung

Arch Linux ist auf den Einsatz von Binärpaketen ausgelegt. Grundsätzlich werden Pakete mit Pacman organisiert, zusätzlich können mit dem Arch Build System (ABS) neue Pakete für Software, die nur im Quellcode vorliegt, erstellt werden.

[Bearbeiten] Pacman

Pacman-Versionsübersicht
Pacman-Versionsübersicht

Pacman ist ein moderner Paketmanager, der speziell für Arch Linux entwickelt wurde. Trotz seines recht frühen Entwicklungsalters kommt er auch in anderen Linux-Distributionen zum Einsatz. Pacman kann Abhängigkeiten auflösen und automatisch alle notwendigen Pakete von den Arch Repositories herunterladen, installieren, aktualisieren und auch wieder entfernen, vergleichbar mit Debians APT. Das besondere an Pacman ist dessen konsequente Anwendung auch bei lokalen Quellen, die meistens als von ABS erstellte Pakete vorliegen.

[Bearbeiten] Pacman kurz und knapp

  • pacman -U <file> Installieren von Paketen die sich auf der Festplatte befinden
  • pacman -S <paket> Installieren von Paketen aus den Repos
  • pacman -R <paket> Entfernen von Paketen
  • pacman -Scc Entfernt runtergeladenen Pakete aus dem Cache
  • pacman -Ss <paket> Suchen nach Paketen in den Repos
  • pacman -Sg <paket> Nach Paket-Gruppen suchen. z.B. gnome
  • pacman -Sy Synchronisation der Paketdatenbank
  • pacman -Syu System Update

[Bearbeiten] ABS

Das Arch Build System wird vor allem für den Bau neuer Pakete genutzt. Dies gestaltet sich den KISS-Prinzipien folgend als relativ einfach. Ein Arch-Paket ist im Grunde nicht mehr als ein komprimiertes tar-Archiv, dass neben den zu installierenden Dateien noch eine Datei mit allen Metadaten enthält, die Pacman für den Umgang mit Paketen benötigt. Diese Datei, PKGBUILD, lässt sich mit einem einfachen Texteditor für das jeweilige Paket anpassen. Zusätzlich bietet ABS für fortgeschrittene Nutzer noch die Möglichkeit vorhandene Pakete den eigenen Bedürfnissen anzupassen, sowie, ähnlich den USE-Flags von Gentoo, das komplette System mit eigenen Compiler-flags neu zu bauen.

Der Prototyp eines Arch Linux Build Files (PKGBUILD.proto):

# Contributor: Your Name <youremail@domain.com>
pkgname=NAME
pkgver=VERSION
pkgrel=1
pkgdesc=""
arch=()
url=""
license=('GPL')
depends=()
makedepends=()
provides=()
conflicts=()
replaces=()
backup=()
install=
source=($pkgname-$pkgver.tar.gz)
noextract=()
md5sums=(generate with makepkg -g)

build() {
  cd $startdir/src/$pkgname-$pkgver
  ./configure --prefix=/usr
  make || return 1
  make DESTDIR=$startdir/pkg install
}

[Bearbeiten] Anleitungen

[Bearbeiten] Entwicklungszweige

Der Arch Linux "package tree" ist in fünf Entwicklungszweige aufgeteilt. Der Hauptteil der Entwicklungsarbeit findet in den Unstable- und Testing-Zweigen statt, wohingegen Current für Produktivsysteme gedacht ist.

  • Core enthält alle Pakete, um ein minimales Linux-System zu erstellen.
  • Extra enthält Pakete, die nicht für ein Basissystem gebraucht werden, meist Current-Alternativen
  • Unstable enthält Pakete für noch unveröffentlichte Programme, die sich in der Entwicklung befinden
  • Testing enthält alle Pakete, die fehlerbehaftet sein könnten und noch getestet werden müssen
  • Community enthält Pakete, die von Arch Linux-Benutzern und -Entwicklern erstellt wurden

Zusätzlich existieren noch inoffizielle Repositories, die von Dritten bereit gestellt werden und hauptsächlich angepasste oder neuere Versionen der Softwarepakete anbieten.

[Bearbeiten] Versionen

Am 3. April 2007 kündigten die Entwickler einen Wechsel im Release-Verfahren an. So wird es beim Erscheinen jeder neuen Kernel-Version ein aktualisiertes Installationsmedium geben, das einer Datumsversionierung folgt. Die Version wird nun durch Jahr und Monat des Erscheines bestimmt, also beispielsweise 2008.12 für das Release, das im Dezember 2008 herausgegeben wird.

Arch Linux
Version Name Datum
0.1 Homer 11. März 2002
0.2 Vega 17. April 2002
0.3 Firefly 7. August 2002
0.4 Dragon 18. Dezember 2002
0.5 Nova 21. Juni 2003
0.6 Widget 1. März 2004
0.7 Wombat 24. Januar 2005
0.7.1 Noodle 5. Januar 2006
0.7.2 Gimmick 23. Mai 2006
0.8 Voodoo 31. März 2007
2007.05 Duke 17. Mai 2007
2007.08 Don't Panic 5. August 2007
2007.08.1 Don't Panic 10. September 2007
2007.08.2 Don't Panic 07. Oktober 2007
2008.03 Core Dump 01. April 2008
2008.06 Overlord 24. Juni 2008

[Bearbeiten] Derivate

Obwohl Arch Linux noch recht jung ist, gibt es bereits eine Anzahl unterschiedlicher Distributionen, die entweder direkt auf Arch Linux basieren, oder dessen Programme nutzen.

[Bearbeiten] AegeanLinux

AegeanLinux installiert automatisch einen voll funktionsfähigen KDE-Desktop, anstatt wie bei Arch Linux lediglich mit der Kommandozeile zu starten und ist somit besonders für unerfahrene Anwender geeignet. Mithilfe des Dienstprogramms aegconf können verschiedene Systemprogramme konfiguriert werden, darunter X11, Pacman und die Firewall. Die kommende Version wird anstelle von Judd Vinets originalem Pacman den Fork der Frugalware Distribution nutzen.

[Bearbeiten] FaunOS

FaunOS ist ein Livesystem, das auf Archlinux basiert. Es gibt ein Image für eine live DVD sowie für einen USB Stick. Bei der USB Variante können auch eigene Konfigurationen und Daten gespeichert werden.

[Bearbeiten] Frugalware

Frugalware ist eine Linux-Distribution auf Slackware-Basis, die eine angepasste Version des Pacman-Paketmanagers nutzt.

[Bearbeiten] Gnuffy

Gnuffy: Arch Linux mit Paketverwaltung, die mehr Freiheiten geben, aber kompatibel zum Original bleiben soll.

[Bearbeiten] Larch

Larch: Larch ist eine Skriptsammlung zur Erstellung einer personalisierten Live-CD auf Arch-Linux-Basis. Diese kann dann, je nach Anwendungsgebiet, zur Systemrettung, als Arbeitsumgebung oder Installationsmedium für Arch Linux dienen. Zum Bau der CD kann ein beliebiges Linux-System verwendet werden.

[Bearbeiten] Underground Desktop

Ähnlich wie AegeanLinux möchte Underground Desktop das Konzept von Arch Linux auch für Anwender ohne tiefere Linuxkenntnisse interessant machen. Die Distribution bietet einen grafischen Installer, mit dessen Hilfe ein KDE-Desktop und Zusatzprogramme installiert werden können.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Derivate


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