GNU

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Das GNU-Maskottchen
Das GNU-Maskottchen

Das GNU-Projekt wurde von Richard Stallman mit dem Ziel gegründet, ein vollständig freies Betriebssystem, das GNU System, zu entwickeln.

Der Name GNU entstand aus der Namensgebung, die am Massachusetts Institute of Technology – dem Institut, an dem Stallman zu dieser Zeit arbeitete – verbreitet war. Für Programme, die anderen Programmen ähnelten, wurden rekursive Akronyme als Namen gewählt. Da das neue System auf dem verbreiteten Betriebssystem UNIX aufbauen sollte, suchte Stallman einen solchen Namen und kam dabei auf GNU, was für „GNU is not Unix“ steht. Der Name soll, um Verwechslungen zu vermeiden, wie das deutsche 'Gnu'ausgesprochen werden, nicht wie im Englischen (also wie new). Die Entscheidung, GNU Unix-kompatibel zu machen, hatte mehrere Gründe. Zum einen war Stallman sicher, dass die meisten Firmen ein grundlegend neues Betriebssystem ablehnen würden, wenn die Programme, die sie benutzten, darauf nicht laufen würden. Andererseits ermöglichte die Architektur von Unix eine schnelle, einfache und verteilte Entwicklung, da Unix aus vielen kleinen Programmen besteht, die größtenteils unabhängig von einander entwickelt werden können. Auch waren viele Bestandteile eines Unix-Systems frei für jeden erhältlich und konnten so direkt in GNU integriert werden, beispielsweise das Textsatzsystem TeX oder das Fenstersystem X Window. Die fehlenden Teile wurden von Grund auf neu geschrieben.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung

Der Beginn des GNU-Projekt wurde am 27. September 1983, in den Newsgroups net.unix-wizards und net.usoft in dieser Ankündigung bekannt gegeben. Die Arbeit an dem Projekt begann am 5. Januar 1984, als Stallman seine Stelle am Massachusetts Institute of Technology kündigte. Er tat dies, um sich ganz dem GNU-Projekt widmen zu können und um zu verhindern, dass das MIT als Arbeitgeber die Rechte an dem von ihm geschriebenen Code besitzt. Stallman erklärte wenig später im „GNU Manifest“ und in anderen Essays seine Motive. Er erklärte, dass ein Hauptzweck des Projekts sei „den Geist der Kooperation, der in den frühen Jahren der Computergemeinschaft vorgeherrscht hatte, wiederzubeleben“. Auf der Webseite The GNU Project gibt Richard Stallman selbst eine ausführliche Beschreibung zum Projekt und seiner Entstehung.

1985 gründete Stallman die Free Software Foundation (FSF), eine gemeinnützige Organisation, um einen logistischen, juristischen und finanziellen Rahmen für das GNU-Projekt zu schaffen. Die FSF beschäftigt auch Programmierer, um an GNU zu arbeiten, obwohl der wesentliche Teil der Arbeit von Freiwilligen geleistet wird. Als GNU bekannter wurde, begannen Firmen daran mitzuarbeiten. Sie entwickelten Programme, die sie unter der GPL veröffentlichten, begannen CDs mit Software zu verkaufen und Dienstleistungen rund um das System anzubieten.

[Bearbeiten] Linux und das GNU-Projekt

Im Jahr 1990 hatte das GNU-System alles, was ein Unix-System ausmacht: einen Editor (Emacs), eine Sammlung von Compilern für verschiedene Programmiersprachen GNU Compiler Collection (GCC) und weitere typische Utilities. Einige Programme waren den alten Versionen soweit überlegen, dass sie inzwischen auch auf proprietären Unices zu finden sind und diese teilweise sogar ersetzt haben (Die wichtigsten sind sogar auf DOS und Windows portiert worden). Es fehlte nur noch ein Kernel. So wurde die Arbeit an einem Kernel namens GNU Hurd begonnen. Die Programmierung eines Mikrokernels stellte sich als so schwierig heraus, dass dieser grundlegende Teil nicht in der geplanten Zeit fertiggestellt werden konnte. 1992 wurde entschieden, stattdessen zunächst den Linux-Kernel zu benutzen, bis Hurd fertig sein würde. Durch die Verbindung mit Linux entstand im Jahr 1992 das vollständige, freie Betriebssystem GNU/Linux.

Hurd wird immer noch weiter entwickelt. Obwohl die Entwicklung nur sehr langsam vorranschreitet, ist Hurd mittlerweile durchaus einsetzbar. Es gibt inzwischen eine experimentelle Version eines GNU-Systems, welches Hurd anstelle von Linux benutzt: Debian GNU/Hurd [1]

[Bearbeiten] Freiheit durch Copyright, Copyleft und Co.

Stallman suchte ein Mittel mit dem jedem Benutzer von Software gewisse Freiheiten zugesichert werden, die man nach seiner Definition haben sollte, damit ein Softwareprogramm als frei bezeichnet werden kann:

  1. Die Freiheit, das Programm für jeden Zweck zu benutzen.
  2. Die Freiheit, zu verstehen, wie das Programm funktioniert und wie man es für seine Ansprüche anpassen kann. Der Zugang zum Quellcode ist dafür Voraussetzung.
  3. Die Freiheit, Kopien weiterzuverbreiten, so dass man seinem Nächsten weiterhelfen kann.
  4. Die Freiheit, das Programm zu verbessern und die Verbesserungen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, damit die ganze Gemeinschaft davon profitieren kann. Der Zugang zum Quellcode ist dafür Voraussetzung.

Als geeignetes Mittel zum Schutz dieser Freiheiten erschien eine Lizenz, wie sie die meisten Softwarehersteller benutzen. Während die meisten proprietären Softwarelizenzen ihren Lizenznehmern explizit das Tauschen und Verändern der betreffenden Softwareprodukte untersagen, sollte diese neue "freie" Lizenz es erlauben. Gleichzeitig aber sollte verhindert werden die Software in proprietäre Softwareprodukte einzubauen und unter eine "unfreie" Lizenz zu stellen, wie es zum Beispiel die BSD-Lizenz erlaubt. Die Lizenz musste also die oben genannten Freiheiten gewähren und sicherstellen, das alle von der jeweiligen Software abgeleiteten Werke unter einer gleichwertigen Lizenz stehen.

Diese Idee wurde als "Copyleft" bezeichnet, weil sie gewissermaßen das Gegenteil der Benutzung des Copyrights darstellt. Anstatt die Rechte des Benutzers einzuschränken, sollte diese Lizenz den Fortbestand dieser Freiheit sichern. Die erste Lizenz, die diesen Gedanken verwirklichte, war die GNU General Public License (GPL). Die Idee des Copylefts ist aber nicht auf Programme beschränkt. Die Dokumentationen von GNU-Programmen sollten ebenfalls frei sein, um Änderungen am Programm zu erfassen. Dazu wurde die GFDL entwickelt, der unter anderem auch alle Wikipedia-Artikel unterliegen. Eine andere Lizenz, die ein ähnliches Ziel verfolgt, aber dem Autor mehr Freiheit gibt, zu entscheiden, welche Rechte er abgibt, ist die Creative Commons License.

Der durch freie und OpenSource-Software bekannt gewordene Gedanke des Teilens hat auch Eingang in andere Lebensbereiche gefunden. So zum Beispiel Literatur: Project Gutenberg hat sich zur Aufgabe gemacht, Werke, die in der Public Domain stehen, ins digitale Zeitalter zu retten und digital aufbereitet zum Download zur Verfügung zu stellen. Durch dieses länderübergreifende Projekt stehen hunderttausende Werke aus unterschiedlichen Kulturkreisen im Internet kostenlos zur Verfügung.

Die Anzahl der unter Copyleft-Lizenzen veröffentlichter Programme ist unzählbar, weshalb hier nur einige wichtige genannt werden können.

Viele weitere Programme sind zum Beispiel unter freshmeat.net, sourceforge.net oder GNU Savannah zu finden.

Ein wichtiges Programm, das zur Entwicklung von freier und Open-Source-Software benutzt wird, ist das Versionsverwaltungssystem CVS.

[Bearbeiten] Weblinks


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