Bourne Shell

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Der Ahne aller heutigen Shells ist die Bourne Shell (sh) von Stephen Bourne, die 1977/1978 zusammen mit Unix V7 erschien. Sie ist die auf allen Systemen vorhandene Unix-Shell. Diese Shell hat bereits alle wesentlichen Eigenschaften wie Ein-/Ausgabeumlenkung, Pipes, Hintergrundprozesse, Kontrollstrukturen. Bezüglich der Kommandozeileneditierung verlässt sich die Shell auf den Terminaltreiber, der nur das Löschen der ganzen Zeile (CTRL-U) und des letzten Zeichens (DEL) erlaubt.

Die Bourne Shell ist Grundlage der meisten modernen Unix–Shells, die im Wesentlichen eine Erweiterung dieser Shell darstellen. Skripte für die Bourne Shell sind ohne Änderung auch auf diesen Shells lauffähig. Die Skriptfähigkeiten der Bourne Shell sind richtungsweisend. sh bleibt die beliebteste Skriptsprache für Unix. Das Programm liegt generell als /bin/sh vor.

Seit dem Erscheinen von der csh mit 4.1 BSD wird die Bourne Shell meist nurmehr für Skripte, insbesondere solche, die Aufgaben des Systems erledigen, verwendet, weil sie bei der interaktiven Bedienung keine Editiermöglichkeiten und keine Prozesskontrolle vorsieht. Hierfür eignet sich die Weiterentwicklung bash wesentlich besser, welche der Standard-Kommandozeileninterpreter unter GNU/Linux und zur Bourne Shell kompatibel ist.


[Bearbeiten] Beispielprogramm

Obwohl der Funktionsumfang der Bourne Shell verhältnismäßig gering ist, können mit Hilfe der Standard-Unix-Programme alle für Kommandozeileninterpreter typische Aufgaben übernommen werden. Die Syntax der Bourne Shell ist etwas eigenwillig. Beispiel:

#!/bin/sh
tageszeit=`date +%H`
if [ $tageszeit -lt 10 ]; then
 echo "Guten Morgen."
else
 echo "Guten Tag."
fi

In der Bourne Shell ist kein Mechanismus implementiert, der das Kriterium z. B. für eine Fallunterscheidung auswerten könnte. Anstatt dessen muß dies von einem externen Programm erledigt werden. Hier wird das Programm /bin/[ mit den Argumenten aktuelle Stunde (gespeichert in $tageszeit), -lt (lower than – kleiner als), 10 und ] aufgerufen, wobei letzteres nur zur Wahrung der Symmetrie angegeben wird.


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